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Projekte im Armes Theater e.V. Schönherrstr. 8, 09113 Chemnitz
"Mach dir dein Amerika" Freie Presse 13.03.2003 Armes Theater gastiert im VOXXX - hervorragend in der Solorolle: Steffan Claußner VON UWE RECHTENBACH "Mach dir dein Amerika", fordert das Chemnitzer Arme Theater mit seinem neuem Stück. Und dies wollten zu den beiden Erstaufführungen in der Kunst- und Kulturfabrik Voxxx gleich so viele Leute tun, dass einige Besucher auf spätere Aufführungen vertröstet werden mussten. Unter denen, die einen Platz bekamen, war das Ehepaar Anja und Dirk Landmann. Sie kannten das Romanfragment "Der Verschollene (Amerika)" von Franz Kafka nicht, das als Vorlage zum Stück diente und ließen sich überraschen. Ihr Fazit nach der Aufführung: Allein die unglaubliche schauspielerische Leistung hat uns schon mal sehr beeindruckt. Und wir werden das Stück auf jeden Fall weiter empfehlen." Und obwohl den beiden die Grundgeschichte der Aufführung bis zum Schluss nicht restlos klar wurde, lohnte es sich für sie bereits der szenischen und musikalischen Umsetzung wegen. Worum geht es also im Stück? Erzählt wird in fragmentarischer Form die Geschichte des 16-jährigen Karl Roßmann, der von seinen Eltern nach Amerika geschickt wird, um die ihm drohenden Alimentezahlung zu umgehen. Doch trotz eines Onkels, den er dort zunächst als Ansprechpartner hat, gerät der Jugendliche immer stärker in den Strudel der Entfremdung und Heimatlosigkeit, der ihn ganz unten landen lässt. Und dieser Weg wird mit szenischen Bildern und musikalischen Versatzstücken illustriert. Dabei gibt es über die Zeit nur einen Darsteller: Steffan Claußner. Mit seiner Besetzung bewies Regie-Chefin Liane Günther ein goldenes Händchen, denn der Multi- Instrumentalist, Komponist, Darsteller und begeisterte Freizeitsportler kann alle Begabungen ausleben. Das Bühnenbild ist karg, die dominierenden Farben sind Schwarz und Weiß. Nichts an Staffage bleibt ohne Funktion. Tücher, Stühle, Kabel, Schläuche, alles ist Baustein mit kalkulierter Wirkung. Claußner, singt, spricht, schreit, flüstert, springt, tanzt und spielt, ist mal Subjekt, mal Objekt der Handlung, der gezielt ein "roter Faden" fehlt. Bewusst werden Bruchstücke, Fetzen von Bildern, Musik und Sprache präsentiert, die zum Mosaik gefügt, doch wieder eine weitere Scherbe ergeben. Neben Claußner überzeugte die Bandoneongruppe Taucha, deren Einsatz zum Ausklang den Tango-Geist Argentiniens erwachen ließ. Die nächsten Vorstellungen finden im April statt.